Demokonsens am Protesttag gegen den Bundesparteitag der AfD am 04.07. in Erfurt.

Die Aktionen und Demonstrationen:

  1. verfolgen den Ansatz des Minimalkonsens und der solidarischen Distanz: Wir müssen nicht alle einer Meinung sein, und können uns gegenseitig kritisieren. Wir teilen als Bündnis den Konsens, dass der Bundesparteitag der AfD am 04.07. in Erfurt nicht widerspruchslos hingenommen werden kann.
  2. solidarisieren sich mit allen Antifaschist*innen. Vor allem mit denjenigen, die aufgrund von systematischer Marginalisierung Gewalt, insbesondere durch die Polizei, sowie staatliche Repressionen erfahren.
  3. heißen alle Menschen willkommen – egal, ob sie migriert oder geflüchtet sind, ob sie schon lange in Deutschland leben oder erst seit Kurzem hier ihre Heimat gefunden haben. Unser Protest ist bunt und lebt von der Vielfalt aller Antifaschist*innen – unabhängig davon, ob sie einer religiösen Minderheit angehören, aus religiösen Gründen verfolgt werden, ob sie religiöse Symbole sichtbar tragen oder keine Religion praktizieren.
  4. sehen den Kampf gegen Antisemitismus als eines der zentralen Elemente unseres Antifaschismus, insbesondere vor dem Hintergrund der deutschen Verbrechen im Nationalsozialismus. Auch deswegen kämpfen wir entschieden gegen die AfD und ihre Mitglieder, die Holocaustverhamlosung und Verschwörungserzählungen verbreiten.
  5. haben Raum für verschiedene Kämpfe. Unter anderem wollen wir Bewegungen Raum geben, die sich einsetzen für: einen starken Sozialstaat für Alle, antikoloniale Kämpfe, den Kampf gegen Ableismus, den Kampf gegen Antisemitismus, queer-feministische Kämpfe, antirassistische Kämpfe, Klassenkämpfe, Klimagerechtigkeit und Umweltschutz. Unser Anspruch ist, diese Kämpfe abzubilden, anstatt sie gegeneinander auszuspielen.
  6. wollen am Protesttag die Vielfältigkeit des Bündnisses abbilden. Das bedeutet, dass wir unseren Minimalkonsens, der Kampf gegen die AfD, möglichst auch thematisch in Flaggen, Fahnen und Farben abbilden wollen. Dies bedeutet, vom Mittragen von National- und Territorialflaggen an dem Protesttag abzusehen.
  7. werden durch Lautsprecherfahrzeuge begleitet,  die die Organisator*innen der jeweiligen Veranstaltung stellen.  Dies bedeutet vom Mitbringen eigener Lautsprechertechnik und – fahrzeugen abzusehen.
  8. rufen demokratische Parteien wie DIE LINKE, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, CDU auf, sich im Kampf gegen Rassismus und Faschismus zu positionieren und klare Flagge zu zeigen. Sie sind eingeladen und aufgerufen, sich aktiv und entsprechend sichtbar zu beteiligen, dabei aber auch sensibel darauf zu achten, das Aktionsbild nicht einseitig zu dominieren und verantwortlich mit der Werbung für eigene Positionen umzugehen.
  9. sind solidarisch mit allen Aktionen gegen die AfD. Wir lassen uns nicht spalten in “gute” und “schlechte” Antifaschist*innen bzw. Proteste. Ein lauter, ausdrucksstarker oder wütender Protest auf unserer Demonstration ist möglich.

Demo-Konsens