Aufruf der Zivilgesellschaft zu den Protesten anlässlich des Bundesparteitags der AfD am 04. Juli 2026 in Erfurt
Wir stehen zusammen! Vielfältig, solidarisch und weltoffen.
Für den 4. und 5. Juli 2026 plant die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt. Eine extrem rechte Partei, die spaltet, ausgrenzt und Menschenrechte offen infrage stellt. Dabei ist die Wahl Erfurts kein Zufall: Es soll eine Machtdemonstration werden und dazu dienen, die Dominanz des völkischen-nationalistischen Flügel der AfD weiter zu normalisieren. Das lassen wir nicht unwidersprochen zu!
Vor diesem Hintergrund wollen wir als Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden, Initiativen, Vereinen, Kultur, Wissenschaft, Parteien und engagierten Einzelpersonen gemeinsam ein deutliches Zeichen zu setzen: Wir stehen zusammen für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft. Erfurt ist eine Stadt, in der Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Überzeugungen und Lebensweisen zusammenleben. Diese Vielfalt ist eine Stärke.
Seit ihrer Gründung versucht die AfD mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen Ängste zu schüren und Menschen gegeneinander auszuspielen. Sie ist eine politische Kraft, die demokratische Grundwerte systematisch in Frage stellt, Grenzen des Sagbaren verschiebt. In Thüringen sind diese Angriffe auf unsere offene, plurale Gesellschaft besonders sichtbar.
Wir sind überzeugt: Wer Menschen zu Problemen erklärt und als Sündenböcke präsentiert, wer Unsicherheiten schürt und davon profitiert, gefährdet den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die wahren Konfliktlinien werden nicht durch Herkunft, Hautfarbe oder Pass bestimmt. Sie beruhen auf sozialer Ungleichheit und finanzieller Ungerechtigkeit. Die sozialen Fragen unserer Zeit lassen sich nicht nationalistisch, nicht rassistisch und nicht autoritär beantworten.
Wir lassen nicht zu, dass diese Stadt – und mit ihr unser gesellschaftlicher Zusammenhalt – zur Bühne für die Normalisierung von menschenfeindlichen, ausgrenzenden und antidemokratischen Ideologien wird. Unser gemeinsames Anliegen ist ein friedliches, respektvolles und solidarisches Miteinander – getragen von der Achtung der Menschenwürde und dem Einsatz für gleiche Rechte für alle.
Wir rufen daher alle auf: Werden wir gemeinsam sichtbar. Durch die Teilnahme an den Gegenprotesten, durch öffentliche Stellungnahmen, kulturelle und bildungspolitische Aktionen, durch Zeichen im Alltag und im öffentlichen Raum. Jede Aktionsform zählt.
Erfurt zeigt Haltung – sichtbar, vielfältig und weltoffen. Wir lassen uns nicht spalten, nicht einschüchtern und uns unsere gesellschaftlichen Rechte nicht nehmen. Kommt mit uns auf die Straße: Für Demokratie, Menschenwürde und Zusammenhalt.
Unterzeichner*innen des Aufruf:
Wenn Ihre / Eure Organisation, Initiative etc. den Aufruf mit unterzeichnen möchte(t), sendet eine Email mit dem Namen der Gruppe, der Website und einem Logo an: Kontakt[at]zusammenstehen.org. Das Logo sollte auf einem weißen bzw. sehr hellem Hintergrund gut sichtbar sein.
Name
AJZ Erfurt
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Erfurt e.V.
Attac Deutschland
Auf die Plätze Bündnis Erfurt
Aufstehen gegen Rassismus
Augusta-Viktoria-Stift
BaseMent e.V.
BDKJ Thüringen e.V.
Blinde Flecken e.V.
Bodo Ramelow (Abgeordneter des Deutschen Bundestags)
Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland
BUND Thüringen e.V.
Bündnis Solidarisches Magdeburg
Bündnis90/DIE GRÜNEN Kreisverband Erfurt
Bündnis90/DIE GRÜNEN Landesverband Thüringen
Carsten Schneider (Mitglied des Deutschen Bundestages)
Christian Schaft (Fraktionsvorsitzender Die Linke im Thüringer Landtag)